Hohes und Wildes

Hohe Wilde (aka Hochwilde, 3484m), Ausgangspunkt Hochwildehaus.
06.08.2012 – 08.08.2012

Nach einem Sportkletterwochenende machten Iceman und ich uns auf ins Ötztal. Morgens um 7 gings los. Der Wetterbericht hatte schon für den Montag schlechtes verhießen. Es sollte nachmittags echt ungemütlich werden. Also verdammt früh los, um noch vor Einbruch des Weltuntergangs auf das Hochwildehaus zu kommen. Um 7 fuhren wir bei meinen Eltern los. um 10:30 waren wir dann endlich in Obergurgl. Ausnahmsweise war die Parkplatzsuche schnell erledigt. Wir konnten sogar in einer Tiefgarage parken. Noch schnell die Schuhe schnüren und eine Kippe rauchen und ab dafür.

Für die Strecke hoch sind 4:30 Stunden angesagt. In einem panischen Lauf gegen die Zeit und das Wetter schafften wir die knapp 1000Hm und 21 km in unfassbaren 3:30h. Pünktlich vor dem Regen kamen wir auf der Hütte an. Dort angekommen gabs noch ein Bergsteigeressen und dann gings um halb neun in die Heja.
Am nächsten morgen um 7 gings los Richtung Hohe Wilde. Diesmal ohne große Verirrungen auf dem Gletscher, aber mit zwei sächsischen Schatten. Um es mit den Worten eines Bergführers zu sagen: Es gibt halt Tourengeher und Spurengeher 😉
Am Gipfeleisfeld angekommen bekam ich aufgrund der Tatsache, dass der Gletscher momentan komplett aper ist und uns entsprechend eine unglaublich steile Blankeisfläche entgegen starrte, einen Schissanfall. Wir mussten umdrehen und aus der Ferne zusehen, wie sich mehrere Seilschaften gegenseitig auf dem Eisfeld beim Abrutschen abräumten. Wir stiegen ab. Nach einer kurzen Besprechung beschlossen wir das Ganze einen Tag später nochmal zu versuchen. Also wieder um halb neun in die Heja. Tags drauf gings eine Stunde früher los, um keine Zeit zu verschenken. Wir rannten in unglaublich schneller Zeit den Gletscher hoch und standen wieder vor dem Eisfeld.

Wieder bekam ich einen Psychoanfall, den Iceman mildern konnte. Nach einem Riegel und der beherzten Ansage, dass er das ganze vorsteigt gings los. Natürlich leif das ganze wieder nicht so wie geplant. Nach 60 Metern war das Seil aus und die zwei mickrigen Eisschrauben, die wir dabei hatten waren aufgebraucht. Also mussten wir das ganze doch ungesichert hoch. Hach, welche Freude. Aber wir kamen am Fuß des Klettersteigs zum Gipfel an. Nachdem wir uns eingeklinkt hatten, gingen wir die letzen 100 Hm zum Gifel an. Unglaublich ausgesetzt und mit einem Höhenblick, den man sich selbst als Kletterer nicht wünscht kamen wir am Gipfel an. Nach einer kurzen Rast am Gipfelkreuz gings wieder runter.

An der Fidelitasfahne des Hochwildehauses rauchte ich meine wohlverdiente Siegeszigarette. Wir besprachen uns kurz und stellten fest, dass wir komplett absteigeb mussten, da unser Bargeld nicht mehr ausreichte um noch eine Nacht in der Hütte zu verbringen. Nach 11,5 Stunden waren wir endlich wieder am Auto.

Geplagt von Sonnenbrand an den unangenehmsten Stellen, geplatzten Blasen und Muskelkater stehen jetzt erstmal zwei Regenerationstage in Vent an, bevor es wieder in die Höhe geht. als nächstes stehen das Wilde Mannle und die Wildspitze auf dem Programm.

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4 Responses to Hohes und Wildes

  1. Ingo says:

    Klasse! Würd‘ ich auch mal mitmachen! 😉

  2. alberto says:

    haha! geil das erste bild, kippe im maul, gesichtsausdruck sprühwurst mit sahne… hammer…. rofl

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